RÜCKFALLRISIKO BEI FRÜHEM BRUSTKREBS

Sie haben einen wichtigen Meilenstein geschafft und der Tumor konnte vollständig entfernt werden (Remission). Doch auch bei Brustkrebs im Frühstadium (Stadium I–III) bleibt nach einer Behandlung das Risiko bestehen, dass der Brustkrebs zurückkommt (Rezidiv) und die Erkrankung fortschreitet: Unbemerkte Krebszellen können im Körper verbleiben und später erneut aktiv werden. 

WAS BEDEUTET RÜCKFALLRISIKO?

Von einem Rückfall (Rezidiv) sprechen Ärzt:innen, wenn Brustkrebs nach einer Phase ohne nachweisbare Erkrankung erneut auftritt.

Auch nach Operation, Chemotherapie, Bestrahlung oder anderen Behandlungen können vereinzelt Krebszellen im Körper verbleiben, die erst später wieder aktiv werden.

WICHTIG ZU WISSEN.

Ein Rückfall bedeutet nicht, dass die Behandlung „nicht erfolgreich“ war – sondern dass Brustkrebs eine Erkrankung ist, die langfristige Aufmerksamkeit erfordern kann.

WENN DER BRUSTKREBS ZURÜCKKOMMT 

Die Behandlungsmöglichkeiten für Brustkrebs haben sich in den letzten Jahren immer mehr verbessert. Trotzdem kann es zu einem Rückfall der Erkrankung kommen – entweder als lokales Rezidiv, wenn der Tumor in derselben Brust erneut entsteht, oder als Metastasen. In letzteren Fall sind Krebszellen über die Blut- und Lymphbahnen in andere Organe gelangt, haben sich dort angesiedelt und einen neuen Tumor gebildet. Brustkrebsmetastasen bilden sich häufig in den Knochen, in der Lunge und Leber sowie in seltenen Fällen im Gehirn oder in der Haut. 

 

 

WICHTIG ZU WISSEN:

 Alle Risikoangaben, die Sie möglicherweise lesen, sind grobe Durchschnittswerte, die nicht immer den heutigen Behandlungsstandard berücksichtigen. Das individuelle Risiko hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab.

WANN KANN DER BRUSTKREBS ZURÜCKKOMMEN?

Die Ausbreitung eines Tumors und damit seine Eigenschaften beeinflussen, mit welcher Operationsmethode er behandelt wird. In der Folge unterscheidet man bei den Risikoangaben für Rezidive häufig in zwei Situationen: 

  • Nach einer brusterhaltenden Operation entwickeln fünf bis zehn von 100 Patientinnen innerhalb von zehn Jahren nach der Erstbehandlung nochmals einen Tumor in der gleichen Brust (Rezidiv) – im restlichen Brustgewebe und/oder in den direkt angrenzenden Lymphknoten.
  • Nach einer vollständigen Entfernung der Brust (Mastektomie), kann innerhalb von zehn Jahren nach der Ersttherapie bei vier bis 20 von 100 Patientinnen erneut ein Tumor in der Brustkorbwand und/oder den unmittelbar zugehörigen Lymphknoten auftreten. 

Insgesamt entwickelt jede vierte Patientin im weiteren Verlauf Metastasen. Drei von 100 Frauen erhalten bereits die Erstdiagnose „metastasierter Brustkrebs“. 

Entscheidend ist zudem der Zeitfaktor: Das höchste Rückfallrisiko besteht zwar in den drei Jahren nach der Erstdiagnose. Über die Hälfte der Rückfälle ereignen sich allerdings erst ab dem fünften Jahr danach. Dabei handelt es sich meistens um Metastasen. Wie hoch das Risiko im zeitlichen Verlauf ist, hängt jedoch stark von der Tumorbiologie, der Art des Tumors und der Ausbreitung bei Erstdiagnose ab. 

WICHTIG ZU WISSEN:

Im Unterschied zu anderen Krebserkrankungen kann es bei Brustkrebs noch viele Jahre später zu einem Rückfall kommen. 

THERAPIETREUE BEI BRUSTKREBS: Warum Dranbleiben so wichtig ist

Mit dem Ende der akuten Therapie beginnt für viele Patientinnen eine neue Phase.
Das Ziel bleibt klar: Ein möglichst geringes Rückfallrisiko und langfristig krebsfrei leben.

Jeder Schritt auf diesem Weg zählt und bringt Sie Ihrem Ziel näher. Dabei kann die adjuvante Therapie eine wichtige Unterstützung sein – sie hilft, das Risiko für die Rückkehr Ihres Brustkrebses zu senken. Es müssen nicht immer große Sprünge sein. Das beharrliche Weitergehen und die Therapietreue machen den Unterschied

Dranbleiben bedeutet:

  • empfohlene Therapien regelmäßig einnehmen
  • Nebenwirkungen nicht aushalten, sondern ansprechen
  • Nachsorgetermine wahrnehmen
  • offen über Sorgen und Fragen sprechen

Jede Patientin geht diesen Weg in ihrem eigenen Tempo – entscheidend ist, nicht allein zu bleiben.

WIE SIE IHRE CHANCES STÄRKEN

Wenn Sie Ihren gesunden Lebensgewohnheiten und Ihrer adjuvanten Therapie – also Ihrer Therapie nach der operativen Entfernung Ihres Brustkrebses – treu bleiben, stärken Sie Ihre Chancen, einem Rückfall (Rezidiv) vorzubeugen.1 Denn bei Brustkrebs im Frühstadium (Stadium I–III) kann ein Rückfall bedeuten, dass der Tumor erneut auftritt. Ein Rückfall kann aber auch bedeuten, dass die Erkrankung fortschreitet und an anderen Stellen des Körpers Metastasen entstehen. Mehr zum Rückfallrisiko erfahren Sie hier.

WISSENSCHAFTLICHE ERKENTISSE ZUR THERAPIETREUE

Wie wichtig das konsequente Durchführen der Behandlung sein kann, zeigte auch eine wissenschaftliche Untersuchung zu frühem hormonrezeptorpositivem Brustkrebs. Diese besagte Folgendes: Mit jedem Jahr, in dem die adjuvante Therapie fortgesetzt wird, sinkt das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, um durchschnittlich 37 %.

Der adjuvanten Therapie langfristig treu zu bleiben, zahlt sich auch deshalb aus, weil über die Hälfte aller Rückfälle bei hormonsensitivem Brustkrebs erst ab dem 5. Jahr nach der Diagnose auftreten.
 

DRANBLEIBEN WIRKT

Diese Studienergebnisse unterstreichen, dass medizinischer Fortschritt nur dann sein volles Potenzial entfalten kann, wenn Patientinnen aktiv und konsequent an ihrer Behandlung mitwirken. Genau hier setzt das Konzept der #DRANBLEIBERIN an.

Wenn Sie es schaffen, dranzubleiben, sind Sie Ihrem Ziel ein großes Stück nähergekommen und eröffnen sich damit Perspektiven für die nächsten Etappen

DRANBLEIBEN IST WICHTIG - in jeder Hinsicht!

Dranbleiben ist ein entscheidender Faktor, um Ihr Rückfallrisiko nach einer Brustkrebsdiagnose zu senken. Dies bedeutet nicht nur, die verordneten Medikamente regelmäßig einzunehmen, sondern auch, aktiv an Ihrer Gesundheit und Ihrem Wohlbefinden zu arbeiten. 

Maßnahmen wie eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung  und Stressbewältigung können den Erfolg Ihrer Therapie unterstützen. Das können Sie selbst tun:

  • Achten Sie auf eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Ballaststoffen, hochwertigen Eiweißen und gesunden Fetten, um Ihren Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
  • Vermeiden Sie zugesetzten Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel.
  • Trinken Sie ausreichend, sodass Ihr Energielevel nicht absinkt.
  • Regelmäßige körperliche Aktivität, wie etwa tägliche Spaziergänge, Yoga oder Schwimmen, sind gut für die Fitness und stärken Ihr Immunsystem.
  • Entspannungstechniken wie Achtsamkeitsübungen, Meditation oder gezielte Atemtechniken stärken Ihre mentale Widerstandskraft.

Dranbleiben heißt, aktiv auf sich selbst zu achten – für Ihre körperliche und mentale Gesundheit und für ein möglichst rückfallfreies Leben.

CHECKLISTE: Fragen für ihr Arztgespräch

Klarheit schaffen und gemeinsam entscheiden!

Ihr individuelles Risiko zu kennen, ist der beste Weg, um gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam zu entscheiden, ob und welche zusätzlichen Behandlungen Sie benötigen, um die bestmögliche Versorgung für Sie sicherzustellen. Auch wenn Sie sich noch nicht vollständig bereit fühlen, sich mit dem Thema Rückfallrisiko auseinanderzusetzen, kann ein offenes Gespräch mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt dabei helfen, Klarheit für die nächsten Schritte zu gewinnen.

Wichtige Fragen für Ihr Arztgespräch 

Eine offene und gut vorbereitete Kommunikation hilft Ihnen, aktiv an der Entscheidungsfindung mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt teilzunehmen. Nutzen Sie unsere praktische Checkliste mit Tipps zur Vorbereitung auf das Gespräch sowie Fragen zu Ihrer Diagnose, zu Ihren Therapiemöglichkeiten, Ihrem persönlichen Rückfallrisiko und zur Nachsorge. Wichtige Fragen sind zum Beispiel:

  • Wie hoch ist mein individuelles Rückfallrisiko nach der Erstbehandlung?
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, um mein Rückfallrisiko zu minimieren?
  • Was kann ich selbst tun, um mein Rückfallrisiko zu senken (z. B. Ernährung, Bewegung, Therapietreue)?
Checkliste für Ihren Arztbesuch

Gemeinsam Entscheidungen zu treffen, bedeutet, dass Sie Ihre Fragen und Prioritäten einbringen und Ihr Behandlungsteam sein Fachwissen mit Ihnen teilt. Denn nur, wenn Sie umfassend informiert sind, können Sie Ihre Zukunft aktiv mitgestalten. 

Referenzen

„Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Stiftung Deutsche Krebshilfe. Patientinnenleitlinie: Brustkrebs im frühen Stadium. Stand: 2018, unter: https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Patientenleitlinien/Brustkrebs-im-fruehen-Stadium_Patientenleitlinie_DeutscheKrebshilfe.pdf (zuletzt abgerufen am 09.04.2026) 

„Leitlinienprogramm Onkologie“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Stiftung Deutsche Krebshilfe. Patientinnenleitlinie: Metastasierter Brustkrebs. Stand: 2018, unter: https://www.krebshilfe.de/infomaterial/Patientenleitlinien/Metastasierter-Brustkrebs_Patientenleitlinie_DeutscheKrebshilfe.pdf (zuletzt abgerufen am 09.04.2026) 

Deutsches Krebsforschungszentrum. Brustkrebs – was tun bei einem Lokalrezidiv? Stand: 04.01.2018, unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/lokalrezidiv.php  (zuletzt abgerufen am 09.04.2026) 

Deutsches Krebsforschungszentrum. Brustkrebs: Behandlung bei fortgeschrittener Erkrankung. Stand: 20.04.2016, unter: https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/fortgeschritten.php (zuletzt abgerufen am 09.04.2026

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Erneut auftretender Brustkrebs ohne Metastasen. Stand: 09.03.2022, unter: https://www.gesundheitsinformation.de/erneut-auftretender-brustkrebs-ohne-metastasen.html  (zuletzt abgerufen am 09.04.2026) 

Bria E et al. Expert Rev Anticancer Ther. 2010;10(8):1239-53.  

Gomis RR, Gawrzak S. Mol Oncol. 2017;11(1):62-78. 

Pan H et al. N Engl J Med. 2017;377(19):1836-1846. 

Geurts YM et al. Breast Cancer Res Treat. 2017;165(3):709-720. 

Pedersen RN et al. J Natl Cancer Inst. 2022;114(3):391-399. 

Cannioto RA, Attwood KM, Davis EW, Mendicino LA, Hutson A, Zirpoli GR, Tang L, Nair NM, Barlow W, Hershman DL, Unger JM, Moore HCF, Isaacs C, Hobday TJ, Hortobagyi GN, Gralow JR, Albain KS, Budd GT, Ambrosone CB. Adherence to Cancer Prevention Lifestyle Recommendations Before, During, and 2 Years After Treatment for High-risk Breast Cancer. JAMA Netw Open. 2023 May 1;6(5):e2311673. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2023.11673. PMID: 37140922; PMCID: PMC10160875.

Zheng D, Thomas J. Survival benefits associated with being adherent and having longer persistence to adjuvant hormone therapy across up to five years among U.S. Medicare population with breast cancer. Breast Cancer Res Treat. 2023;201:89–104. doi: 10.1007/s10549-023-06992-2.

Gomis RR, Gawrzak S. Tumor cell dormancy. Mol Oncol. 2017;11(1):62–78. doi: 10.1016/j.molonc.2016.09.009

Furmaniak AC, Menig M, Markes MH. Exercise for women receiving adjuvant therapy for breast cancer. Cochrane Database Syst Rev. 2016 Sep 21;9(9):CD005001. doi: 10.1002/14651858.CD005001.pub3. PMID: 27650122; PMCID: PMC6457768