BRUSTKREBS – EIN WORT FÜR SEHR UNTERSCHIEDLICHE ERKRANKUNGEN

Wenn Sie die Diagnose „Brustkrebs“ erhalten haben, ist es wichtig, dass Sie sehr genau nachfragen: An welcher Brustkrebsart bin ich erkrankt? Von der Antwort hängen Ihre Behandlungsmöglichkeiten und die Heilungschancen ab.

Hier erfahren Sie mehr zu den unterschiedlichen Brustkrebsarten.

FRÜHER ODER METASTASIERTER BRUSTKREBS

Für die Unterscheidung in den frühen oder metastasierten Brustkrebs ist ausschlaggebend, ob sich der Tumor über die Brust hinaus im übrigen Körper ausbreitet hat:

Teaser Text Therapie rosa
  • Früher Brustkrebs oder Brustkrebs im Frühstadium bedeutet, dass der Krebs noch nicht in andere Körperregionen oder Organe „gestreut“ und Metastasen gebildet hat. In den meisten Fällen wird Brustkrebs im Frühstadium diagnostiziert.
  • Metastasierter Brustkrebs heißt, dass Krebszellen von der Brust aus in andere Körperregionen gewandert sind, sich dort angesiedelt und neues Krebsgewebe (Metastasen) gebildet haben. Etwa drei von 100 Frauen erhalten die Erstdiagnose „metastasierter Brustkrebs“. Allerdings kann es bei Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium im weiteren Verlauf zu einem Rückfall mit Metastasen kommen.

Die Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen bei einem Brustkrebs im Frühstadium unterscheiden sich im Vergleich zum metastasierten Brustkrebs.

NICHT INVASIVER ODER INVASIVER BRUSTKREBS

Die Medizin spricht von nicht-invasivem Brustkrebs oder „Brustkrebs-Vorstufen“, wenn sich Brustzellen so verändern, dass sie zu Krebszellen werden könnten. Dabei breiten sich diese veränderten Brustzellen in diesem Stadium nicht in das umliegende Gewebe aus, sind also nicht invasiv. Nicht-invasiver Brustkrebs wird meistens bei einer Vorsorge-Mammografie in Form von kleinen Kalkablagerungen (Mikrokalk) in den Milchgängen oder -drüsen entdeckt. Nicht-invasiver Brustkrebs umfasst verschiedene Arten, die ein unterschiedlich hohes Risiko aufweisen sich zu invasivem Brustkrebs zu entwickeln, dazu zählen:

  • Ductales Carcinoma in situ (DCIS): Beim DCIS handelt es sich um veränderte Zellen der Milchgänge (duktal), die jedoch noch nicht in das umliegende Gewebe hineingewachsen sind (in situ: vor Ort). Es besteht jedoch ein erhebliches Risiko, dass sich aus einem nicht-invasiven DCIS ein invasiver Brustkrebs entwickeln1. Das DCIS ist in der Regel heilbar, wird aber aufgrund des deutlichen Risikos meist ähnlich wie ein echter Brusttumor behandelt (Operation mit gegebenenfalls anschließender Bestrahlung und eventuell Antihormontherapie).
  • Atypische duktale Hyperplasie (ADH). Die veränderten Zellen (noch keine Krebszellen) befinden sich in den Milchgängen.
  • Lobuläre intraepitheliale Neoplasie (LIN): In diesem Fall zeigen sich die Zellveränderungen in den Drüsenläppchen (lobulär).
  • Flache epitheliale Atypie (FEA): Bei dieser Brustkrebs-Vorstufe sind die Zellen im Deckgewebe (Epithel) der Milchgänge und/oder Drüsenläppchen verändert.

Es lässt sich nicht vorhersagen, ob sich aus einer ADH, LIN oder FEA ein invasiver Brustkrebs entwickelt. Die weitere Behandlung hängt von den individuellen Risikofaktoren der betroffenen Patientin ab.

Teaser Nicht invasivier oder invasiver Brustkrebs grün
Teaser Text Chancen grün

Beim invasiven Brustkrebs, dringen Brustkrebszellen ausgehend von den Milchgängen oder -drüsen in das umliegende Gewebe ein. Die Medizin unterscheidet den invasiven Brustkrebs in zwei häufige Formen:

  • Invasiver duktaler Brustkrebs entsteht in den Milchgängen (ducti) und ist die häufigste Form, die zwischen 70 bis 80 Prozent der Mammakarzinome ausmacht.
  • Invasiver lobulärer Brustkrebs entwickelt sich in den Milchdrüsen (lobuli) und betrifft 10 bis 15 Prozent der Brustkrebspatientinnen.

Daneben gibt es noch einige seltene Brustkrebs-Sonderformen.

Bei den meisten Patientinnen lassen sich invasive Brustkrebsformen gut behandeln mit einer hohen Heilungschance. Allerdings kann es auch bei geheilten Patientinnen im weiteren Verlauf zu einem Rückfall mit Metastasen kommen. In der Regel wird bei Brustkrebs im Frühstadium der Tumor operativ entfernt, bevor eine Bestrahlung und eine medikamentöse Therapie folgen.

TNM-KLASSIFIKATION UND TUMORSTADIEN

Invasiver Brustkrebs wird nach der international einheitlichen TNM-Klassifikation eingeteilt. Die TNM-Klassifikation ist das Ergebnis verschiedener Diagnostik-Methoden, wie zum Beispiel Biopsie und Bildgebung. Diese Einteilung beschreibt die örtliche Ausbreitung des Tumors, sowie ob umliegende Lymphknoten befallen sind oder ob der Brustkrebs in andere Organe gestreut hat. Die TNM-Klassifikation erleichtert also die Beschreibung des Brusttumors und bildet zudem die Grundlage für die weitere Behandlung.

Die Abkürzung TNM steht dabei für:

  • T: Tumorgröße und -ausdehnung (T1 bis T4)
  • N: Lymphknoten-Beteiligung; lateinisch: nodus für Knoten (N0 bis N3)
  • M: Nachweis einer Metastasierung (M0 oder M1)

Die drei Buchstaben werden mit Zahlen und den Kleinbuchstaben a bis c ergänzt, um den Tumor möglichst genau zu beschreiben. Diese Tabellen helfen Ihnen dabei, Ihren Befund besser zu verstehen.

TUMORAUSBREITUNG DES TUMORS
TXDer Primärtumor kann nicht beurteilt werden
T0Kein Tumor in der Brust nachweisbar
TisNicht invasiver. d. h. noch nicht in umgebendes Brustgewebe eingewachsener Tumor
T1Der Tumor ist höchstens 2 cm, aber kleiner als 5 cm
T2Der Tumor ist größer als 2 cm, aber maximal 5 cm
T3Die größte Ausdehnung des Tumors beträgt mehr als 5 cm
T4Der Tumor ist unabhängig von seiner Größe bereits über das Brusgewebe hinaus in die Brustwand oder Haut eingewachsen
LYMPHKNOTENAUSDEHNUNG DES BEFALLS
NXLymphknoten können nicht beurteilt werden
N0Keine Lymphknoten befallen
N1Befall umliegender Lymphknoten: in den utneren und mittleren Achsellyphknoten konnten Tumorzellen nachgewiesen werden
N2Befall umliegender Lymphknoten:
N2a: in den unteren und mittleren Achsellymphknoten konnten Tumorzellen nachgewiesen werden, wobei die Lymphknoten miteinander verklebt oder mit benachbartem Gewebe verbunden sind 
N2b: Absiedlungen in Lymphknoten entlang der gleichseitigen inneren Brustarterie. Absiedlungen in den Achsellymphknoten sind nicht erkennbar sind
N3Befall umliegender Lymphknoten:
N3a: Befall oberer Achsellymphknoten (unterhalb des Schlüsselbeins)
N3b: Befall der Lymphknoten entlang der inneren Brustarterie. Gleichzeitiger Befall von Achsellymph-knoten
N3c: Befall der Lymphknoten oberhalb des Schlüsselbeins
FERNMETASTASENVORHANDEN JA/NEIN?
M0Nein
M1Ja

Schließlich wird eine Brustkrebs-Erkrankung auf der Basis der TNM-Klassifikation in eines der vier Tumorstadien nach UICC eingeteilt (UICC: Union Internationale Contre le Cancer; französisch für: internationale Vereinigung gegen den Krebs). Diese Stadieneinteilung mit römischen Zahlen und Großbuchstaben ist international einheitlich. Es gilt: Je höher das Stadium, desto fortgeschrittener ist die Brustkrebserkrankung.

*N1mi = Mikrometastasen in Lymphknoten, größer als 0,2 Millimeter und/oder mehr als 200 Tumorzellen, nicht größer als 2 Millimeter

UICC-STADIUMTNM-KLASSIFIKATION
IATI NO MO
IBTO/TI Nimi*MO
IIATO/TI NI MO oder T2 NO MO
IIBT2 NI MO oder T3 NO MO
IIIATO/TI/T2 N2 MO oder T4 NO/NI/N2 MO
IIIBT4 NO/NI/N2 MO
IIICJedes T N3 MO
IVJedes T Jedes N MI

BRUSTKREBSES-GRADING

Das Wachstumsverhalten und damit die Aggressivität eines Brusttumors hängt von seinem „Grading“ ab – das heißt, wie stark sich die Brustkrebszellen von gesunden Brustzellen unterscheiden. Dazu werden vor allem die Zellkerne aus einer Gewebeprobe untersucht. Die Medizin spricht dabei vom „Differenzierungsgrad“. Gesunde, ausgereifte Zellen sind „gut differenziert“. Dagegen sind Tumorzellen schlechter entwickelt und damit „weniger differenziert“. Es gibt drei Differenzierungsgrade („Grading“):

  • G1: gut differenzierte Krebszellen; langsam wachsender Tumor
  • G2: mäßig differenzierte Krebszellen; mittelschnell wachsender Tumor
  • G3: schlecht differenzierte oder undifferenzierte Krebszellen; aggressiv wachsender Tumor
  • GX: Grad der Differenzierung kann nicht bestimmt werden

Je höher die Zahl, desto schlechter differenziert sind die Brustkrebszellen, also umso weniger ähneln sie gesunden Brustkrebszellen und desto intensiver sollte die Therapie sein, um das Wachstum des Tumors zu bremsen oder zu verhindern.

Ein weiterer Marker, der hilft festzustellen, wie schnell sich Krebszellen teilen, ist der Ki-67-Proliferationsindex. Die derzeitige Studienlage deutet darauf hin, dass der Verlauf ungünstiger sein, wenn mehr als 25 von 100 untersuchen Zellen (Ki-67 ≥ 25%) schnell wachsen und diesen Marker tragen.

Teaser Brustkrebs Grading rosa

Wie zuverlässig ist die Einstufung des Tumorstadiums? Wenn das Tumorstadium anhand von Untersuchungen wie Abtasten und Bildbefunden bestimmt wird, dann spricht man von der „klinischen“ (c)Tumorkategorie, abgekürzt cT, cN und cM. Nach einer Operation untersucht eine Ärztin im Labor das entfernte Gewebe unter dem Mikroskop noch einmal genau. Die so festgestellte Tumorkategorie nennt man auch „pathologisches Tumorstadium“, abgekürzt pT, pN und pM. Es kommt vor, dass klinische und pathologische Tumorkategorien voneinander abweichen. Es kann also sein, dass sich Ihr Stadium nach der Operation noch einmal verändert. Nicht immer lässt sich aus den Bildbefunden der Untersuchungen genau erkennen, wie stark sich der Krebs ausgebreitet hat. 
Referenzen:
Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) E.V. Für Patienten: Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium: Metastasierter Brustkrebs. Stand: 15.04.2023.  https://www.ago-online.de/fuer-patienten (zuletzt aufgerufen am 29.04.2024)
Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) E.V. Für Patienten: Brustkrebs im frühen Stadium. Stand: 15.04.2023. https://www.ago-online.de/fuer-patienten (zuletzt aufgerufen am 29.04.2024)

REZEPTOREN FÜR HORMONE ODER HER2

Bei der Überlegung, wie die Brustkrebstherapie für die einzelne Patientin aussehen soll, spielt neben ihrem Alter und dem Tumorstadium die Beschaffenheit des Tumors eine bedeutende Rolle, zum Beispiel ob bestimmte Strukturen auf seiner Oberfläche vorhanden sind.

Brustkrebszellen können auf ihrer Oberfläche Bindestellen (Rezeptoren) für bestimmte Botenstoffe tragen. Für die Behandlung des Brustkrebses spielen drei Rezeptoren eine wichtige Rolle:

  • Östrogenrezeptor
  • Progesteronrezeptor
  • HER2-Rezeptor (siehe unten)

Ein hormonrezeptorpositiver (HR-positiv, HR+) Brusttumor reagiert besonders empfindlich auf die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und/oder Progesteron. Das heißt, deren Bindung an ihre Rezeptoren auf der Krebszelloberfläche regt das Wachstum des Tumors an – der Brustkrebs wächst hormonabhängig. Etwas mehr als zwei Drittel der Brusttumoren sind hormonrezeptorpositiv. Sie werden meist mit einer Antihormontherapie behandelt – in manchen Fällen in Kombination mit zielgerichteten Medikamenten.

Beim HER2-positiven Brustkrebs besitzt die Tumorzelloberfläche besonders viele HER2-Rezeptoren (HER2: human epidermal growth factor receptor 2). HER2-Rezeptoren werden manchmal auch als HER2/neu oder ERBB2 (erb-b2 receptor tyrosine kinase 2) bezeichnet und leiten Wachstumssignale ins Zellinnere weiter. Durch die hohe Anzahl an HER2-Rezeptoren werden die Brustkrebszellen zu einem unkontrollierten Wachstum angeregt, weshalb die Erkrankungen dann oft aggressiver verläuft. Wichtig zu wissen: Viele gesunde Körperzellen tragen auch HER2-Rezeptoren – allerdings erheblich weniger als HER2-positive Brustkrebszellen. Ungefähr 15 Prozent [RTB2] aller Brustkrebsfälle sind HER2-positiv, sie können mit zielgerichteten Medikamenten – zum Beispiel mit einer speziellen Antikörpertherapie  – behandelt werden.

Dagegen haben triple-negative Brustkrebstumoren (triple: dreifach; auch TNBC für triple negative breast cancer, dreifach negativer Brustkrebs) keine oder sehr wenige Rezeptoren für die Hormone Östrogen und/oder Progesteron und auch keine vermehrte Anzahl an HER2-Rezeptoren. Sie wachsen besonders schnell und gelten als aggressiv. Triple-negativer Brustkrebs tritt gehäuft bei Patientinnen auf, die erblich vorbelastet sind. Für diese Tumore kommt eine Antihormon- oder eine normale Antikörpertherapie nicht in Frage. Daher werden sie häufig chirurgisch und mit einer Chemotherapie behandelt.

VOR ODER NACH DEN WECHSELJAHREN

Teaser Vor oder nach Wechseljahren grün

Für die Wahl der Behandlungsmöglichkeit und die Prognose ist es entscheidend, ob Frauen vor, während oder nach dem Eintritt der Wechseljahre (Menopause) an Brustkrebs erkranken. Die Fachwörter für den sogenannten Menopausenstatus lauten:

  • Prämenopausal: vor dem Eintritt der natürlichen Wechseljahre
  • Postmenopausal: nach dem Eintritt der Wechseljahre (nach der letzten Menstruation/Regelblutung)
  • Perimenopausal: Übergangszeit zwischen prä- und postmenopausal; häufig mit unregelmäßiger Menstruation

Die meisten Frauen erkranken postmenopausal an Brustkrebs. Die Erkrankung kann aber auch bei jüngeren Frauen auftreten und verläuft bei ihnen häufig aggressiver.

Der Menopausenstatus wird auf Basis der Menstruationsanamnese (bisheriger Verlauf der monatlichen Regelblutung) und mithilfe von Hormonbestimmungen ermittelt. Er spielt mit Blick auf die Antihormontherapie eine therapieentscheidende Rolle.

ERBLICHER BRUSTKREBS

Teaser Erblicher Brustkrebs blau

Bestimmte erbliche (genetische) Veranlagungen können die Brustkrebs-Entwicklung begünstigen. Jeder fünfte bis zehnte Brustkrebsfall ist erblich bedingt. Häufig sind hier die Gene BRCA1 und/oder BRCA2 verändert (BRCA: Breast Cancer). Frauen mit dieser genetischen Veränderung haben ein erhöhtes Risiko für Eierstock- oder Brustkrebs und erkranken im Schnitt auch früher (vor dem 50. Lebensjahr) als Frauen ohne eine erbliche Veranlagung.

Ein erster Hinweis auf erbliche Risikofaktoren sind mehrere nahe Verwandte mit Eierstock- oder Brustkrebs. Mithilfe eines Gentests – nach einer ausführlichen genetischen Beratung – lässt sich nachweisen, ob wirklich eine genetische Veranlagung vorliegt. Ein positives Testergebnis bedeutet nicht notwendigerweise, dass eine betroffene Frau tatsächlich an Brustkrebs erkranken wird. Das Risiko ist jedoch erhöht – 6 von 10 Frauen mit einem veränderten BRCA1- oder BRCA2-Gen erhalten im Lauf ihres Lebens die Diagnose Brustkrebs. Das Wissen über eine erbliche Veranlagung von Brustkrebs kann vor allem für die Früherkennung entscheidend sein, da je nach Risiko ein intensiviertes Früherkennungsprogramm von Vorteil sein kann.

Erblicher Brustkrebs wird ähnlich behandelt wie Tumoren ohne genetische Ursachen, wobei seit kurzem für einige Fälle zielgerichtete Medikamente zur Verfügung stehen.

SELTENE BRUSTKREBS-SONDERFORMEN

Neben den beschriebenen, häufigeren Brustkrebsarten gibt es seltene Sonderformen, zum Beispiel:

  • Morbus Paget der Brustwarze (Paget-Karzinom)

Dabei handelt es sich um Hautveränderungen an der Brustwarze (Mamille). Morbus Paget der Mamille oder das Paget-Karzinom ist selten, wird aber häufig mit einem Ekzem („Ausschlag“) verwechselt und meist verspätet als Krebserkrankung erkannt. Das Paget-Karzinom entsteht entweder direkt in der Brustwarze oder in den Milchgängen rund um die Brustwarze. Meist wird im ersten Schritt die Brustwarze und der Warzenhof operativ entfernt. Abhängig vom Stadium der Erkrankung kann eine Operation nicht ausreichen und sie muss zusätzlich mit einer Bestrahlung, Chemotherapie oder weiteren Medikamenten behandelt werden.

  • Inflammatorischer Brustkrebs

Beim entzündlichen (inflammatorischen) Brustkrebs dringen Tumorzellen aus dem Ursprungstumor in die unter der Haut gelegenen Lymphbahnen ein. Dort führen sie zu einer Stauung der Lymphflüssigkeit und damit zu einer Schwellung der Brust. Die Brusthaut ist gerötet und fühlt sich warm an. Inflammatorischer Brustkrebs ist selten, aber aggressiv. In der Regel wird in diesem Fall der Brustkrebs zunächst mit einer Chemotherapie behandelt, um den Tumor als Ursache des Lymphstaus zu verkleinern, anschließend wird operiert. Abhängig von den Tumoreigenschaften folgt oft eine Bestrahlung und eventuell eine medikamentöse Behandlung folgen.

BRUSTKREBS BEIM MANN

Teaser Brustkrebs beim Mann blau

Brustkrebs beim Mann ist sehr selten und wird daher häufig spät erkannt. Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Man vermutet unter anderem einen erhöhten Östrogenspiegel, eventuell unter anderem aufgrund von Übergewicht oder einer Lebererkrankung, erbliche Ursachen oder bestimmte Hodenerkrankungen.

Brustkrebs bei Männern wird fast gleich behandelt wie bei den Frauen (Diagnostik, Therapie). Häufig ist jedoch eine brusterhaltende Operation nicht möglich, weil bei Männern weniger Brustgewebe vorhanden ist. Bei der überwiegenden Mehrheit der männlichen Patienten ist der Brustkrebs hormonsensibel. Eine genetische Beratung wird häufig empfohlen.

Referenzen

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Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Metastasierter Brustkrebs. Stand: 12.02.2020, unter: https://www.gesundheitsinformation.de/metastasierter-brustkrebs.html (zuletzt abgerufen am 29.04.2024)

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Wörmann B et al. Onkopedia Leitlinien der DGHO, Leitlinie Mammakarzinom der Frau, Stand 01/2018. unter: https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/mammakarzinom-der-frau/@@guideline/html/index.html (zuletzt abgerufen am 29.04.2024)

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Wörmann B et al. Onkopedia Leitlinien der DGHO, Leitlinie Mammakarzinom des Mannes, Stand 08/2016. unter:  https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/mammakarzinom-des-mannes/@@guideline/html/index.html (zuletzt abgerufen am 29.04.2024)

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